Folgen des Klimawandels? Packen wir es an!

Überflutungsflächen Schwaikheim
Überflutungsflächen Schwaikheim

Während des Schreibens dieser Zeilen tobt der Sturm ums Haus und unterstreicht mit seiner Geräuschkulisse die Kraft der Natur. Wir alle erinnern uns sicher noch an die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli vergangenen Jahres. Dort stehen nach sieben Monaten die Wiederaufbauarbeiten immer noch am Anfang. So verheerend waren und sind die materiellen Schäden, die seelischen Schäden der Menschen sind gar nicht zu fassen.

Noch im Juli letzten Jahres brachten wir den Antrag ein, das Thema Starkregenrisikomanagement in der Gemeinde Schwaikheim anzugehen. Wir werden gemeinsam Lösungen finden, bevor uns Ähnliches widerfährt.

Die Gemeinde Schwaikheim liegt am Zipfelbach, der üblicherweise völlig harmlos daherkommt. Doch was geschieht, wenn an einem einzigen Tag mehr Regen vom Himmel fällt als den ganzen Monat über? Im Ahrtal fielen allein am 14. Juli 2021 94,5 l/qm. Die durchschnittliche Regenmenge im gesamten Monat Juli liegt dort bei 69,4 l/qm. Der Spitzenwert des Tiefs „Bernd“, gemessen in Hagen-Holthausen, lag bei 241,3 l/qm innerhalb von 22 Stunden. (Daten: Deutscher Wetterdienst). Wären diese Mengen im Ahrtal niedergegangen würde man über Wiederaufbau wahrscheinlich gar nicht mehr nachdenken.

Starkniederschläge kurzer Dauer und hoher Intensität verursachen Schäden in der Größenordnung von 50 % der Gesamtschäden, die durch Hochwasser in Baden-Württemberg im Mittel jährlich verursacht werden. Starkregen verursacht vor allem in den Sommermonaten in Verbindung mit heftigen Gewittern oft große Schäden. Im Gegensatz zu Hochwasser an großen Flüssen ist der genaue Ort und Zeitpunkt kaum vorherzusagen und kann für die Betroffenen sehr überraschend auftreten.

Kommunen, die sich mit dem Thema befassen und sich auf den Leitfaden zum kommunalen Starkregenrisikomanagement stützen, können vom Land einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent der Kosten erhalten. Förderfähig ist das Gesamtkonzept, bestehend aus kommunalen Starkregengefahrenkarten, nachfolgender Risikoanalyse und darauf aufbauendem Handlungskonzept.

Das Handlungskonzept enthält Maßnahmen…

  • zur Information der Öffentlichkeit und der Wirtschaft über die Starkregengefahr und mögliche Maßnahmen,
  • zur kommunalen Flächenvorsorge,
  • für das Krisenmanagement und
  • zu baulichen Veränderungen, mit denen sich zum Beispiel das Wasser außerhalb von Ortschaften zurückhalten lässt oder die einen möglichst schadenfreien Abfluss innerhalb des Ortes ermöglichen. Auch hierfür gibt es Fördermittel bis zu 70 %.

Das Thema ist eine Herausforderung. Nachbargemeinden sind ebenso betroffen und müssen von uns mit einbezogen werden. Deswegen unsere große Bitte an alle Fraktionen, Verwaltung und Bürgermeisterin, packen wir es an. Gemeinsam für Schwaikheim.

Karl-Heinz Jaworski
Fraktionsvorsitzender
Bündnis 90 / Die Grünen
fraktion.gruene@posteo.de

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