Am 04.07., den ersten Samstag nach der ersten großen Hitzewelle des Jahres mit 12 (!) Tagen amtlicher Hitzewarnung in Folge (18.06.-29.06), hatten wir unseren ersten Hitzeaktionsstand in Winnenden. Beatrix Zeeb, Nicole Kunsch und Sabrina Warga haben dabei Planung, Koordination und Organisation übernommen – unterstützt von unserem Kassier Matthias Damm. Mit vielen schönen Ideen rückten sie das Thema „Hitzeschutz“ in den Fokus des Winnender Wochenmarkts.
Alle Menschen, die sich draußen bewegen, spüren, welche dramatischen Folgen der Klimawandel bereits heute zeigt. In der ersten Hitzewelle des Jahres sind in Deutschland bereits über 5000 Menschen gestorben. Auch wenn Hitze oft keine dramatischen Bilder wie ein Erdbeben oder ein Hochwasser erzeugt, ist Hitze aktuell die tödlichste aller Naturkatastrophen. Nicht eingerechnet ist die steigende Zahl an Hautkrebserkrankungen, die Fälle haben sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt.
Beatrix, Nicole und Sabrina haben zwar auch die Ursachen und die zukünftige Entwicklung solcher Hitzeperioden erklärt, viel wichtiger war ihnen aber die Sensiblisierung der Menschen – nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit guter Laune und vielen praktischen Tipps. Es gab Sommerrezepte, Wassermelonen, Tipps für den Garten, Sonnencreme und natürlich viel Trink-Wasser.
Die vielen Menschen, die am Wochenmarkt mit uns ins Gespräch gekommen sind, konnten aber auch konkrete Wünsche äußern, was ihnen hier in Winnenden wichtig ist.
- Mehr Bäume und mehr grüne Flächen (Holzmarkt, Markstraße und alte B14 wurden konkret benannt)
- Trinkwasserspender in der Fußgängerzone
- Weniger Plastik
- Keine dunklen Dachbedeckungen
- Weniger Autoverkehr
- Auf alle Dächer Solar
Bäume und Grünfläche waren mit Abstand die am Häufigsten genannte Maßnahme, die sich die Menschen in Winnenden gewünscht haben.
Wir Grüne sind natürlich auch dort, wo wir mitbestimmen können, aktiv um die Menschen vor extremer Hitze zu schützen. Als Ansprechparternin für den Landtag in Baden-Württemberg war unsere Landtagsabgeordnete Swantje Sperling vor Ort, als Ansprechpartner für den Kreistag im Rems-Murr-Kreis Daniel Baier. Aus dem Seniorenrat Winnenden, der sich schon lange für den Hitzeschutz engagiert, war Helga Baier mit dabei.
In Baden-Württemberg wurde bereits 2023 eine Anpassungsstrategie unter Federführung des grün geführten Umweltministeriums veröffentlicht. Diese wird seither immer weiter angepasst. Unser Sozialminister Oliver Hildenbrand hat in diesem Jahr eine Task-Force Hitzeschutz eingerichtet.
Damit diese Strategie auch zu konkreten Ergebnissen führt, basiert die Strategie auf einem eigenen Klimagesetz. Bis 2031 müssen alle Landkreise und große Kreisstädte ein Anpassungskonzept vorlegen – das soll die Task-Force beschleunigen.
Uns Grünen im Kreis geht das dennoch nicht schnell genug, wir haben daher im Kreistag bereits im Jahr 2024 einen Hitzeaktionsplan gefordert. Diesem Wunsch wurde zwar nicht entsprochen, aber wir freuen uns, dass unsere Anregungen zum Hitzeschutz nun in Eingang in das Klimaschutz-Handlungsprogramm gefunden haben.
Quellen:
Grüner Antrag Hitzeaktionsplan im Kreistag: https://lrarmk-sitzungsdienst.komm.one/bi/vo0050.asp?__kvonr=4088
Grüne Klimaanpassungsstrategie in Baden-Württemberg: https://www.gruene-bw.de/klimaanpassungsstrategie-bw/
Hitze-Taskforce in Baden-Württemberg: Gesundheitsminister Hildenbrand richtet Hitze-Taskforce ein: Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg
Robert-Koch-Institut, Wochenbericht zur Hitzemortalität: RKI – Meldungen und Pressemitteilungen – Neuer Wochenbericht zur Hitzemortalität
Swiss-Re SONAR report: Extreme heat more deadly than floods, earthquakes and hurricanes combined, finds Swiss Re’s SONAR report | Swiss Re
Deutsches Ärzteblatt: Hautkrebs-Fälle in Kliniken binnen 20 Jahren fast verdoppelt – News – Deutsches Ärzteblatt
Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg: https://www.landesrecht-bw.de/bsbw/document/jlr-KlimaSchGBW2023rahmen

Artikel kommentieren