Unser Spaziergang durch den Schlosspark hatte das Thema „Bauliche Veränderungen“. Im Zuge des geplanten Neubaus des Maßregelvollzugs werden einige Gebäude modernisiert und neu gebaut. Die Chance für einen exklusiven Einblick in die Baufortschritte nutzten neben 20 Interessierten auch alle lokalen Ebenen unsere Partei. Unsere Landtagsabgeordnete Swantje Sperling, die Kreisvorsitzende Iris Habla, der Fraktionsvorsitzende im Winnender Gemeinderat Christoph Mohr, unser Ortsvorsitzender und Kreisrat Daniel Baier und unsere Ortsvorsitzende Franzi Krämer waren sehr interessiert an dieser für Winnenden so wichtigen klinischen Einrichtung. Die fachliche Führung übernahm Herr Bernd Czerny, stellvertretender Geschäftsführer und Kaufmännischer Direktor des ZfP, unterstützt von Michiko Pubanz, der Leiterin der Unternehmenskommunikation, und Torsten Hopf, Leiter der Abteilung Technik und Bau.
Mit insgesamt 1200 Mitarbeitenden ist das ZfP nicht nur eine wichtige medizinische Institution in Winnenden sondern auch ein bedeutender Arbeitgeber. Als einziges ZfP in Baden-Württemberg, das direkt in der Stadt angesiedelt ist, prägt die Klinik seit vielen, vielen Jahren auch sichtbar das Stadtbild. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass in Winnenden Menschen mit einer psychischen Erkrankung von der Stadtgesellschaft nicht nur toleriert, sondern akzeptiert werden. Auch wenn es gerade in der Debatte um den Maßregelvollzug skeptische Stimmen gab, ist die Errungenschaft Inklusion von Menschen mit einer psychischen Erkrankung in Winnenden etwas worauf die Stadtgesellschaft stolz sein kann.
Unser Rundgang startete am Haus P, das als Ersatzbau für das jetzige Haus C der Klinik für Suchttherapie in massiver Bauweise entsteht. Hier wird zukünftig sowohl die ambulante als auch die stationäre Versorgung von Patientinnen und Patienten, die unter einer Suchterkrankung leiden, untergebracht werden. In Zusammenarbeit mit Ärzt:innen wird es auch ein Substitionsprogramm geben. Wir freuen uns, dass bei den Neubauten auch der Hitzeschutz Beachtung findet und die Zimmer der Patientinnen und Patienten zukünftig gekühlt werden können. Der Neubau stärkt auch die schon vorhandene, große Expertise des ZfP im Bereich von Suchterkrankungen.
Weiter ging es in den schon vor Jahren umgestalteten Bereich der Anmeldung. Mit seinen Standorten Ellwangen und Schwäbisch Gmünd behandelt das ZfP jährlich ca. 10.000 Patientinnen und Patienten, viele von ihnen haben hier ihren ersten Kontaktpunkt.
Frau Pubanz und Herr Czerny betonen bei der nächsten Station der Führung, dem Neubau Haus Q, einer modernen Bewegungstherapiehalle, wie wichtig Sport und Bewegung für den Behandlungserfolg der Patientinnen und Patienten ist. Für die Stadt freut es uns, dass die Halle in Randzeiten z.B. auch von Vereinen genutzt werden soll und diese multifunktionale Nutzung schon beim Bau berücksichtigt wird. Etwas erstaunt sind wir, dass die zu erstellende Solaranlage über die Laufzeit gerechnet, höhere Kosten erzeugt als der Strombezug aus dem Netz. Herr Hopf erklärt dazu die Hintergründe bei einer großen Solaranlage, betont aber auch, dass man sich in der Verpflichtung sieht, die Vorbildfunktion beim Klimaschutz umzusetzen. Dafür sind wir dankbar.
Dass der geplante Maßregelvollzug auch Sorgen bei unseren Teilnehmenden auslöst, zeigte sich bei der Nachfrage nach der polizeilichen Präsenz. Herr Czerny betonte dabei die gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Christoph Mohr stellte heraus, dass sich Stadt und Gemeinderat sehr dafür eingesetzt haben, dass die Polizeidienststelle in Winnenden dauerhaft erhalten bleibt. Das geplante neue Gebäude für den Maßregelvollzug im hinteren Teil nahe des Zipfelbachs zur Behandlung von Menschen, die aufgrund einer Suchterkrankung straffällig geworden sind, wird ebenfalls in Massivbauweise entstehen. Die nötige Sicherheitsarchitektur soll sich aber weitgehend in die Umgebung integrieren. Schließlich, so betont es Herr Czerny, sei das ZfP eine Therapieeinrichtung und kein Gefängnis.
Den Abschluss unserer Führung ist das im Bau befindliche Haus M für die Klinik für Allgemeinpsychatrie und Psychotherapie. Herr Czerny betont die Dankbarkeit gegenüber dem Land Baden-Württemberg, dass die Neubauten finanziert. Wir danken Herrn Czerny und dem Team des ZfPs, dass die Gebäude im Kostenrahmen bleiben und die Versorgung für die Patientinnen und Patienten verbessert wird. Unsere Landtagsabgeordnete Swantje Sperling betont wie wichtig die Einhaltung der Standards bei der Unterbringung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung ist und dass es darüber auch einen parteiübergreifende Konsens in der Regierung gebe. Die Unterstützung der landeseigenen Kliniken ist ihr auch persönlich sehr wichtig.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihr Interesse und ganz besonders dem Team des ZfPs für ihre Transparenz und Offenheit. Vorurteile abzubauen und das Gespräch mit der Bürgerschaft vor Ort zu suchen. Die zunehmende Anzahl an Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, ist nicht nur eine Frage, die unsere Kliniken betrifft, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Das ZfP bietet auch im August und im September wieder Termine zu den Neuerungen im ZfP für die interessierte Öffentlichkeit an.
Weitere Informationen:
Bau-Updates im ZfP: Rundgänge mit Bau-Updates im ZfP Winnenden – Klinikum Schloß Winnenden
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