Warnungen endlich ernst nehmen

gruene winnenden hochwasser

Gewässerschutz ist für uns kein Wahlkampfthema. Seit bereits 5 Jahren fordert der Grüne Ortsverband das Thema Gewässer endlich ernst zu nehmen und hat der Stadt umfangreiche Hinweise zur Verfügung gestellt, darunter einen 40-seitigen Bericht zum Zipfelbach. Leider wurde mit Hinweisen engagierter Bürger wie dem inzwischen verstorbenen Gerhard Haller aus Birkmannsweiler („Kühle Lebensadern für das Land“, 2001) ähnlich umgegangen wie mit unserem Bericht. Sie wurden zur Kenntnis genommen ohne dass konkrete Maßnahmen eingeleitet wurden.

Selbst die Beantragung einer Starkregenrisikokarte, ein wirklich bürokratiearmes und hoch subventioniertes Programm der Landesregierung, hat Winnenden erst in diesem Jahr in Auftrag gegeben. Maßnahmen alter Gewässerentwicklungspläne wurden nicht umgesetzt. Neue Gewässerentwicklungspläne werden seit Jahren zurückgehalten und nicht dem Gemeinderat vorgelegt. Befreiungen zum Bau in Überschwemmungsgebieten und in der geschützten Gewässerrandzone werden erteilt (Gerberviertel, Hundesportanlage). Verstöße gegen das Wassergesetz werden nicht geahndet (Gartenanlagen Birkmannsweiler, Gartenanlagen Winnenden). Gesetzlich festgelegte Zeiträume für die Gewässerschau werden nicht eingehalten, die Stadt befindet sich hier seit vielen Jahren im Verzug. Sinnvolle Maßnahmen zum Hochwasserschutz wie das Projekt Buchenbachaue werden – trotz dank Mittel des Regionalverbands überschaubarem finanziellen Aufwand für die Kommune – nicht umgesetzt. Verbesserungen für den Hochwasserschutz, die über reine Bauvorschriften hinausgehen, werden wie in Birkmannsweiler nur umgesetzt, wenn an anderen Orten (in diesem Fall die Umgehungstraße um Birkmannsweiler) versiegelt und verdichtet wird.

Das Starkregenereignis am Wochenende sollte die Dringlichkeit des Anliegens auch den Verantwortlichen in Verwaltung und Gemeinderat vor Augen führen. Die Schäden sind jetzt schon groß, angesichts der klimatischen Veränderungen wird es jedoch nicht das letzte Starkregenereignis bleiben. Wir haben keine Zeit jahrelang nur Konzepte zu entwickeln, die am Ende nicht umgesetzt werden.

Wir danken den Einsatzkräften und ehrenamtlichen Helfer*innen für den Schutz der Bevölkerung und bitten Verwaltung und alle Fraktionen im neuen Gemeinderat die Gewässerentwicklung zu einem Kernthema der Stadtentwicklung zu machen.

Das Schadpotential ist so viel höher als die Kosten für sinnvolle Präventionsmaßnahmen.

Weitere Informationen:

Gerhard Haller: „Kühle Lebensadern für das Land“, 2001:

Zu unseren Berichten der vergangenen Jahre zum Buchenbach

Zu unseren Berichten der vergangenen Jahre zum Zipfelbach

Spenden für die Hochwasser-Hilfe im Rems-Murr-Kreis: https://www.rems-murr-kreis.de/landratsamt-und-politik/landkreis/hochwasser-hilfe

Bilder nach dem Hochwasser:

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